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Alles außer stumm

In der Projektwoche lernen Schülerinnen und Schüler die Gebärdensprache

So still ist es in einem Klassenraum selten und schon gar nicht, wenn darin gerade eine lebhafte Unterhaltung stattfindet. 23 Schülerinnen des Heinrich-Heine-Gymnasiums von der fünften bis zur neunten Klasse verständigen sich in der Gebärdensprache. In kleinen Gruppen stellen sie sich gegenseitig vor und fragen einander, wie es dem anderen geht. 

Sie alle lernen in der Projektwoche am HEINE die Gebärdensprache von Mandy Wyrostek, die selbst gehörlos ist. Die 35jährige ist seit drei Jahren Geschäftsführerin der Sprachschule für Gebärdensprache „handgold“. Hier werden Kurse auf verschiedenen Niveaus für Familien, Firmen und Interessierte angeboten. An das HEINE kommt die Gebärdensprachlehrerin auf Initiative eines Schülers. Der Achtklässler Yannik hat selbst eine gehörlose Mutter, die Gebärden beherrschte er schon, bevor er mit dem Sprechen begann. 

„Es ist uns wichtig, nicht als taubstumm bezeichnet zu werden“ sagt Mandy Wyrostek, „gehörlos, hörgeschädigt, taub, alles das treffe zu, aber „stumm“ sei völlig irreführend, denn Gehörlose sind genauso gesprächig wie Hörende. Für das Interview greift sie auf einen Dolmetscherdienst aus dem Internet zurück. Auf dem Bildschirm übersetzt die Dolmetscherin in der Live-Schaltung unsere Fragen und Mandy Wyrostek gebärdet in die Kamera, was wiederum von der Dolmetscherin übersetzt wird. Die Gebärdensprache ist keine Zeichensprache. Dieser Unterschied ist ihr wichtig, auch dass die Sprache nicht international ist. Sie zu lernen erfordert die gleiche Mühe wie das Erlernen einer anderen Fremdsprache. Etwas schwierig für die Lernenden sei es, dass sich die Grammatik der Gebärdensprache von der des gesprochenen Deutschen deutlich unterscheide. 

Eigentlich sei es wie Vokabeln zu lernen, sagt die Siebtklässlerin Mailin. Ihre Freundin Ann ergänzt, dass manche Gebärden mehrere Bedeutungen hätten und man dann auf die Lippenbewegungen achten müsse. Beide haben viel Spaß an dem Kurs. Vor allem die Stille, so Mailin, sei wirklich angenehm!

Zur Info: „handgold“ ist noch bis zum 31. August am Munsburger Damm 26 und zieht dann um: Ab dem 1. September lautet die Adresse: Stadtbahnstrße 32a in Poppenbüttel.

 
 

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