HEINE transatlantik II: ¡Pura Vida!

Landaufenthalt in Panama und Costa Rica. Noah aus der 10/1 berichtet

 ¡Pura Vida!

Nach der Bewältigung der ersten Atlantiküberquerung segelten wir durch die Karibik mit einigen kleineren Landaufenthalten auf Martinique, Grenada und Curacao.

An Sylvester segelten wir vor der Küste Curacaos und konnten vom Meer aus das Feuerwerk an Land genießen. Nach dem wir in Curacao nochmal alle Tanks und die „Food-Stores“ gefüllt hatten, nahmen wir Kurs auf Panama, wo wir für vier Wochen unser Schiff, die „Gulden Leeuw“ (Goldener Löwe), verließen. In der ersten Woche reisten wir einmal quer durch Panama und Costa Rica und besuchten eine Werft, in der ein Dreimast-Containerschiff nur aus Holz gebaut wird, die „Ceiba“.

Außerdem waren wir im Regenwald und haben unter anderem eine Nachtwanderung im Nebelwald gemacht. Ich würde die Anzahl der Tierarten, die ich noch nie vorher in freier Wildbahn gesehen habe, auf mindestens dreißig schätzen. Manche von denen wollte ich auch nie sehen, wie die Kakerlaken im Bett, die Riesenkröte im Klo oder die Taranteln und Skorpione auf dem Campingplatz.

In Woche zwei und drei waren wir in dem Bergdorf Longo Mai in Costa Rica. Dort waren wir, immer zu zweit, in Gastfamilien untergebracht. Für viele von uns war es eine große Herausforderung, denn die meisten haben erst seit dem Anfang der Reise Spanischunterricht und die Gastfamilien sprechen kein Wort Englisch. Morgens hatten wir immer Spanischunterricht oder Aktionen wie die Zuckerrohr- und Kaffeeernte. Bei der Zuckerrohrernte arbeiteten wir von sieben bis zwölf Uhr mit Macheten bewaffnet auf dem Feld. Vor der Ernte werden die Felder kontrolliert abgebrannt, damit die Ernte einfacher wird und es weniger Probleme mit Tieren gibt. Übrig bleiben verkohlte Zuckerrohre, die einmal am Boden und einmal oben, wo das Rohr zu Blättern wird, abgehackt werden müssen. Um zwölf Uhr waren wir völlig erschöpft und verrußt.

Die Kaffeeernte war dagegen relativ einfach, aber schon interessant. Wir haben mit 44 Schülerinnen und Schülern drei Stunden geerntet und pro Person nicht einmal einen ernüchternden Euro verdient. Nachmittags konnten wir Workshops machen wie zum Beispiel Kakaoverarbeitung, Kochkurse für traditionelle Gerichte oder eine Wanderung zu einem Wasserfall. Insgesamt war das Dorf wunderschön. Es gab sogar einen Bergfluss, in dem wir sehr oft baden waren.

Die letzte Woche hatten wir die sogenannten „Expis“, in denen wir mit einer kleinen Gruppe innerhalb einer Woche von Longo Mai, in Costa Rica, nach David in Panama kommen mussten. Die Organisation und das Geldmanagement der Reise mussten wir Jugendlichen selbstständig übernehmen. So hatten wir die Möglichkeit, Costa Rica und Panama nochmal anders zu erleben. Wir haben am Strand geschlafen oder haben Einheimische gefragt und uns irgendwie durchgeschlagen. Meine Expigruppe, die „Kokosnuss Knastis“, hatte auf jeden Fall sehr viel Spaß. Und wir sind wider Erwarten sogar vollständig und bis auf einen Hundebiss auch heil in David angekommen.

Viele Grüße aus dem sehr sonnigen Panama: ¡Pura Vida!

Noah

P.S.: „Pura Vida“ bedeutet pures Leben und ist das Lebensmotto vieler Costa Ricaner: also einfach mal entspannen, entschleunigen und genießen. Pura Vida ist sehr verbreitet als Begrüßung oder auch Verabschiedung.